Turnfest Berlin – Unsere Eindrücke

Der nachstehende Bericht ist eine Gemeinschaftsaktion der Münchinger Teilnehmer (vor allem der Jugendlichen).

Habt ihr ganz toll gemacht – Dank an alle, die einen Berichtsteil geschrieben haben.

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Deutsches Turnfest Berlin 2017

Unsere Reise startete am frühen Samstagmorgen. Alle Mitreisenden, die noch von anderen Vereinen zum Münchinger Hallenbadparkplatz kamen, trafen sich um 05:45 Uhr. Nachdem das Gepäck-Chaos bewältigt war und jeder einen Platz im Bus gefunden hatte, konnte die Reise pünktlich um 06:00 Uhr in das 630 km entfernte Berlin starten. Die Route, gefahren von unserem netten Busfahrer Werner, dauerte aufgrund vieler Staus und Pausen rund 9 Stunden. Als wir endlich an der Schule ankamen, betraten wir erleichtert das von einem Sicherheitsdienst bewachte Gebäude im Berliner Stadtteil Neukölln. Eine Mitarbeiterin des Organisationsteams gab uns eine Einführung in das Gebäude, außerdem wurden die Hausregeln erklärt. Nach dieser kurzen Einführung kam es zur Aufteilung der Zimmer.
Aus anfänglich zwei wurden dann drei Zimmer. Zwei davon  waren für die Jugendlichen (auch Chaos-Zimmer genannt). Im dritten Raum waren alle über 35 Jahren…. untergebracht (auch die Schnarcher). Nach der Einteilung bezogen alle ihr Quartier: Luftmatratzen wurden aufgepumpt, Koffer entrümpelt, Schlafsäcke ausgebreitet und die Jagd nach freien Steckdosen begann.

Nach unserer Ankunft in Berlin ging es direkt weiter  auf den Festzug zur Eröffnung des Deutschen Turnfestes 2017.  Der Festzug führte über die Straße des 17.Juni und durch das Brandenburger Tor. Eigentlich sollte der Festzug um 17:30 Uhr beginnen, jedoch mussten wir bis zu unserem Start noch 3 Stunden warten. Zum Glück hatten wir unseren Turni (Maskottchen Turngau Neckar-Enz) dabei, denn kurz vor unserem Start begann es zu regnen und die Motivation hielt sich nach dieser langen Wartezeit und dem schlechten Wetter ziemlich in Grenzen. Als es dann endlich losging, waren alle wieder gut drauf und erleichtert, als wir den Festzug hinter uns gebracht hatten.

Beim Wettkampf war das Wetter nicht so toll. Es gab die Geräte Reck, Boden, Sprung und Balken für die Frauen. Die Männer turnten Reck, Boden, Sprung und Barren.

In der Leichtathletik waren die Disziplinen Sprinten, Weitsprung, Kugelstoßen und Schleuderball. Jeder Teilnehmer bekam eine Urkunde und eine Medaille am Schluss.

Auf der Messe gab es verschiedene Stände – hauptsächlich für den Sport. Marken wie Erima, Spieth, ENBW Sports etc. waren vertreten. Man konnte dort auch Utensilien für die rhythmische Sportgymnastik oder Turnanzüge und Turnzubehör kaufen. In den übrigen Hallen waren dann die Wettkämpfe. In der Eingangshalle konnte man im Shop unter anderem auch Merchandise-Artikel für das Internationale Deutsche Turnfest kaufen. In manchen Hallen gab es auch Sportgeräte zum Ausprobieren, wie z.B. Airtracks.

Am Dienstagabend gegen 20 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Messe, wo die Tuju-Party stattfand. Am Eingang begrüßte uns schon eine lange Schlange, besonders die für die Teilnehmer über 16 Jahren. Danach konnten wir uns die ersten beiden Hallen/Floors anschauen. Einmal die sog. Silentparty, bei der die Musik nur über ausgehändigte Kopfhörer abgespielt wurde und die somit niemand anderes hören konnte. Was für Außenstehende sehr lustig aussah. Als zweites die Neonparty, wo man sich mit Farbe bemalen konnte, die dann unter dem Schwarzlicht leuchtete. Der Mainfloor wurde erst um 22.00 Uhr eröffnet. Dieser war für viele von uns jedoch relativ uninteressant, da dort beinahe nur House/Deephouse lief. Zu erwähnen wäre noch, dass dieser Floor von dem Radiosender NRJ (Energy) unterstützt wurde. Auf der Neonparty gab es hingegen ein breites Spektrum an Musik von Hip Hop bis Rock, Dance, Pop, etc. Alles in allem war es ein schöner Abend, auch wenn uns gegen Ende hin (02.00 Uhr), nachdem einige schon in die Schule zurückgekehrt waren, ein wenig die Puste ausging.

Stadiongala – wir waren live vor 55.000 Zuschauern im Olympiastadion dabei

Auch beim diesjährigen Turnfest durfte die Teilnahme an der Stadiongala nicht fehlen. Viele aus unserer Gruppe wirkten bei dem Shopping-Bild mit. Mit unserem Accessoire, einer riesigen Kreditkarte, absolvierten wir die Proben. Damit die Gala reibungslos ablaufen kann, waren für Sonntag und Montag lange Proben angesetzt. Trotz des sehr regnerischen und kalten Wetters standen wir mehr oder weniger motiviert auf dem Platz und verwirklichten selbst noch die allerletzten Veränderungen der Choreographie. 

Am Dienstag war es dann schließlich soweit. Nach ein paar Stunden Wartezeit begann die Gala im Stadion pünktlich um 20 Uhr mit der Fallschirmlandung von Eberhard Gienger und verschiedenen Begrüßungsreden: unter anderem von Frau Dr. Angela Merkel. Leider konnten wir nicht die ganze Show verfolgen, da wir nach kurzer Zeit unseren Auftritt hatten. Dieser verlief zum Glück ohne größere Katastrophen. Bis zum Finale verfolgten wir noch gespannt den Rest der Show. Dabei beeindruckten uns besonders die fliegenden Trommler und das Dance-Bild. Es hatte allen sehr viel Spaß gemacht, bei einer so großen Veranstaltung mitzuwirken. Die Show war ein voller Erfolg. Bei der nächsten Stadiongala sind wir auf jeden Fall wieder dabei.

Tolles Rahmenprogramm

Beim Schwäbischen Abend machte sich ein Grüppchen der Ü-25 Jährigen auf den Weg zur Messe, um ein bisschen den Dancefloor zu „rocken“ und zu feiern. … Ja, auch in unserem Alter kann man das noch. Als die Band ihr letztes Lied gespielt hatte, machten wir uns auf den Heimweg zur Schule. Eigentlich nichts Spektakuläres – dachten wir – bis wir feststellen mussten, dass Berlin ein „Dorf“ ist, da keine S-oder U-Bahn mehr gefahren ist. Die Wahl bestand nur noch zwischen dem Nachtbus, mit dem wir 3 Stunden durch Berlin gegondelt wären, oder einem Taxi. Wir entschlossen uns spontan für das Taxi und kamen dann doch noch recht zügig an der Schule an.

Show des National Danish Performance Teams

Nach einem ereignisreichen und interessanten Vor- und Nachmittag im Deutschen Bundestag machten sich einige der Ü-25 Jährigen auf den Weg ins City Cube, um sich die Show der Dänen anzuschauen. Nach 15-minütiger Verspätung begann das Vorprogramm der Turnerinnen und Turner der dänischen Gymnastik- und Sportschule Ollerup. Diese begeisterten das Publikum mit Salti, Flick-Flacks und einer Tanzperformance.

So eingestimmt konnte die Show des National Danish Performance Teams mit dem Titel IMANI – bedeutet aus dem afrikanischen übersetzt „Vertrauen oder Glauben“ – beginnen. Dieses Thema wurde sowohl tänzerisch, mit moderner Gymnastik und einem „Feuerwerk“ auf den Air Trackbahnen, bestehend aus Salti, Flick-Flacks, Schrauben und anderen „Verdrehungen“ umgesetzt. Da die Musik dem Thema geschuldet, zum Teil sehr mystisch war, konnte das Publikum während der Show leider nicht so mitgerissen werden und genoss die Vorführung eher still. Das änderte sich aber am Schluss – hier gab es Standing Ovation und das Team wurde mit kräftigem Beifall richtig gefeiert. Schön war’s.

Gala Rendezvous der Besten „No Limits“ – Trends, Träume, Kreativität und Fantasie ohne Grenzen…

…gepaart mit technischer Präzision und Bewegungsqualität machen diesen Showwettbewerb zu einer Attraktion beim Turnfest 2017. Ein faszinierender, bezaubernder und unvergesslicher Abend.
Eine Jury aus vier Wertungsrichtern und einem Prominenten entscheidet, welche 14 Gruppen nicht nur den Titel „DTB-Showgruppe 2017“ erhalten, sondern auch die große Abendgala „Rendezvous der Besten“ gestalten.

Die Qualifikation der Showgruppen erfolgt bereits im Vorfeld in den Landesturnverbänden. Die jeweils drei besten Gruppen auf Landesebene treffen zum Bundesfinale beim Turnfest aufeinander.

Bei der Gala zum Bundeswettbewerb „Rendezvous der Besten“ im City Cube am Mittwoch Abend konnten die besten 14 Showgruppen Deutschlands noch einmal ihr Können in einer atemberaubenden Show unter Beweis stellen.

Schaut doch mal rein, hier könnt Ihr die komplette Show sehen.

http://sportdeutschland.tv/turnfest/re-live-turnfest-2017-gala-rendezvous-besten

Und das sind die DTB Showgruppen 2017:

  • Turnverein Jahn 1908 Zizenhausen e.V. – Phoenix
  • Daadener TV e.V. – Jutsteta`s Dance Club
  • SC Melle 03 e.V. – SCrebel Dance & Trix
  • Oldenburger Turnerbund 1859 – New Power Generation
  • SG Chemie Erkner e. V. – Showteam Erkner
  • Sport Club Gut Heil Neumünster e.V. – Die Roten Hosen
  • TSV Hüttlingen e.V. – Avanti Avanti ( Schwäbischer Turnerbund )
  • SFN Vechta e.V. von 1921 – Showgruppe In Motion
  • Homberger Turnverein von 1878 e. V. – Fliegende Homberger
  • Turnverein Eikamp 1967 e.V. – Dancin‘ Midis
  • TV Ludwigshafen-Bodensee 1911 e.V. – Showteam Blues Brothers
  • Stedinger Turnverein Berne – Showturngruppe
  • Karnevalsfreunde Esslingen e.V. – Danza ( Schwäbischer Turnerbund )
  • TV Freiburg-Herdern 1926 e.V. – Showteam Matrix
  • Turnverein 1891 Babenhausen e.V. – AkzepTanz companie

 

An den freien Tagen besichtigten wir die Berliner Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten. Das bekannteste Bauwerk Berlins ist das Brandenburger Tor. Dies besichtigten wir auch als Erstes. Danach besuchten wir die Siegessäule und stiegen die 285 Stufen hinauf, wo bereits eine grandiose Aussicht  auf uns wartete. Wir sahen auf dem Alexanderplatz die Weltzeituhr und den Berliner Fernsehturm (Alex). Auch ein Besuch im „KdW“, dem Kaufhaus des Westens, stand auf dem Programm. Wir besichtigten auch die Gedächtniskirche auf dem Kurfürstendamm (KuDamm), die ein sehr eindrucksvolles Gebäude ist. Besonders interessant war für uns die East Side Galerie mit der originalen Berliner Mauer. Auch besuchten wir das Sony-Center und den Checkpoint-Charlie, wo früher die amerikanischen Bürger ein- und ausreisten.

 

Vor dem Reichstag mussten wir durch eine Kontrolle, wo auch die Taschen durchsucht wurden. Mit unserem Guide gingen wir los zu einem Model vom Reichstag und der ganzen Stadt. Anhand alter Bilder und anderen Kunstwerken erklärte er uns viel über den Reichstag wie z.B. den Bau, die Geschichte, die Grenze etc. Wir sahen eine Wand mit schwarzer russischer Beschriftung. Im Anschluss daran gingen wir in den 3. Stock, in den man nur mit Aufzug kam. Von dort hatten wir einen tollen Blick in den Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Nach der Führung durften wir noch eigenständig in die Kuppel. Vom Dach aus hatten wir freie Sicht auf die Stadt.

 

Am Freitag fand ab 19.00 Uhr die Abschiedsveranstaltung im Sommergarten statt. Neben der Weitergebe des Staffelstabs an den nächsten Austrageort Leipzig, fanden verschiedene Vorführungen statt. Da es während der Veranstaltung zu regnen begann, mussten wir leider vorzeitig gehen und konnten uns nicht die ganze Show ansehen.

 

Unsere Rückfahrt startete um 10.00 Uhr. Wir hatten eine anfangs lustige Fahrt bis zur ersten Rast um ca. 13.10 Uhr. Fast alle waren Burger essen und aßen sich voll und satt. Ab der 2. Etappe schliefen Viele ein und so verlief die Zeit schnell und ruhig. An der 2. Raststätte war es sehr heiß und ein kühles Eis wurde dankend angenommen.

Magnus und Patrik rissen die besten Flachwitze, sodass Viele schmunzeln mussten. In der letzten Stunde überwog die Freude auf zu Hause und alle waren gut drauf. Als wir ca. 17.45 Uhr ankamen, waren schon viele Eltern da und wie immer gab es ein großes Durcheinander mit den Koffern. Aber letzten Endes waren alle glücklich, wieder bei der Familie zu sein. Vielen Dank an Werner, unseren Busfahrer, der uns ratzfatz und ohne Probleme nach Hause brachte. 

Unser Fazit lautet:

Im Allgemeinen fanden wir das Turnfest eine wirklich gelungene Veranstaltung. Viele unserer Erwartungen wurden übertroffen. Trotz der manchmal recht langen Wartezeiten war der reibungslose Ablauf lobenswert und wir freuen uns auf die nächsten Turnfeste.

 

 

Ein Kommentar

  1. Frank Last sagt:

    Ein extra Lob an die Berichteschreiber. Es war ein tolles Turnfest und wir danken den Verantwortlichen der Abteilung, die das mit Zuschüssen unterstützt haben.

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